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Methoden

Die Atemtherapie, so wie sie bei uns am meisten praktiziert wird, wurde vor allem durch Dr. Ilse Middendorf, Dr. Volkmar Glaser und Klara Wolf geprägt. Verschiedene Schulen bieten Ausbildungen in den entsprechenden Ausrichtungen und Techniken an. Das Institut für Körperzentrierte Psychotherapie (IKP) in Zürich lehrt die Methoden von Ilse Middendorf und Volkmar Glaser, dazu hat Dr. Yvonne Maurer, Gründerin und Leiterin des IKP, eine eigene Methode, die sogenannte Knochenpunktarbeit, entwickelt.

Die Methode nach Ilse Middendorf:

Der von I. Middendorf entwickelten Lehre steht die Achtsamkeit zum eigenen Atem im Mittelpunkt. Den Atem wahrnehmen, ohne ihn willentlich zu beeinflussen, das heisst, den Atem von selbst kommen lassen und ihn von selbst gehen lassen, und wenn es Zeit dazu ist, ihn auch wieder von Neuem kommen lassen. Dabei hat sie auch den wunderbaren Begriff vom "Leitseil des Atems" geprägt, dem wir uns anvertrauen dürfen. Eine Vielzahl von Körperübungen lässt uns unser Atem erfahren, der sich im ganzen Körper verbreitet und unsere Kräfte mobilisiert.

Gruppenarbeit:
Es wird in kleinen Gruppen von etwa 6 bis 12 Personen gearbeitet. Unter Anleitung eines/r AtemlehrerIn werden gezielte Atem- und Körperübungen sitzend, stehend oder liegend, in Bewegung oder in Ruhe ausgeführt. In diesen Übungen geht es darum, den eigenen Atem wahrzunehmen, was er im Körper bewirkt, wie er unsere Empfindungen beeinflusst, welche Veränderungen er hervorruft und wie er sich von selbst verändert.

Einzelbehandlung:
Es können Übungen, wie sie im Gruppenunterricht vorkommen, einbezogen sein, aber meistens findet die Behandlung im Liegen, auf der Liege, und immer auf den Kleidern statt. Mit gezielten Griffen, klaren Streichungen, Druck und Dehnungen, wird der Körper entspannt und dadurch durchlässig für die Atembewegung. Der Therapeut arbeitet mit grosser Achtsamkeit und im Einklang mit dem Atemrhythmus des Klienten.

Die Methode nach Volkmar Glaser:

Die Lehre von V. Glaser baut auf dem Verständnis des Meridiansystems (Energiebahnen im Körper) in unserem Körper auf, so wie es von der chinesischen Medizin her bekannt ist. Sein übergeordnetes Ziel ist es, mit einem bestmöglichen körperlichen und seelischem Spannungsgleichgewicht, Eutonie genannt, den Energiefluss (Meridiane) im Körper zu gewährleisten. Unterspannung (Hypotonie) und Überspannung (Hypertonie) werden mit Atemmassage und/oder über Haltungs- und Bewegungsübungen ins Gleichgewicht gebracht.

Gruppenarbeit:
Es werden über Haltungs- und Bewegungsübungen Verspannungen gelöst, indem die Meridiane gezielt aktiviert und ausgeglichen werden. Die von Glaser entwickelte Kai-Raku-Lehre basiert auf Beobachtungsstudien des Bewegungs- und Haltungsausdrucks des Menschen und eignet sich vorzüglich zur Gruppenarbeit.

Einzelbehandlung:
Diese wird meist als Atemmassage bezeichnet. Der/die TherapeutIn arbeitet auf der Haut des/r KlientenIn. Mit angenehm aromatisiertem Massageöl wird auf dem Rücken, an den Beinen und Armen atemsynchron und mit klaren Streichungen massiert. Dabei spielt die Intension (geistige Haltung) des/der TherapeutenIn eine grosse Rolle.

Die Methode von GIA-IKP:

Der ganzheitlichen, integrativen Atemtherapie, GIA-IKP, liegt das sogenannte "anthropologische Würfelmodell IKP" zugrunde. Y. Maurer beschreibt in diesen Modell unsere sechs Lebensdimensionen wie folgt:

  • psychisch-geistige Lebensdimension (Psyche)
  • körperliche Lebensdimension (Körper)
  • soziale Lebensdimension (Kontakt)
  • spirituell-transzendente Lebensdimension (Spiritualität)
  • Lebensdimension der Zeit
  • Lebensdimension des Raumes

Diese sich ständig und gegenseitig beeinflussenden Lebensdimensionen gilt es im täglichen Leben bewusst zu machen und einigermassen in einem Gleichgewicht zu halten. Bei der Arbeit mit Klienten ist es wichtig, diese Lebensdimensionen im Gespräch, das die Behandlung begleitet, mit einzubeziehen. Bei der IKP-Methode werden auch das Empfindungsbewusstsein (Middendorf), die Wohlspannung, auch Eutonie genannt, (Glaser) und die innere Weiterentwicklung in einem spirituellen Sinn (Cornelis Veening) zu einer ganzheitlichen Therapie zusammengefasst.
Die von Y. Maurer entwickelte Knochenpunktmassage ist ein Behandlungsablauf, der im Liegen auf den Kleidern vollzogen wird. Er fördert das Körperbewusstsein und eignet sich gut für Personen, die Mühe haben sich vor lauter Stress zu spüren.

Bei der Atemtherapie, ganz gleich welche Methode angewandt wird, ist es von Ausschlag gebender Bedeutung, dass sich der/die TherapeutIn ganz auf den/die KlientenIn einstellt und gemäss seinen Bedürfnissen arbeitet. Welche Methode er anwendet, wird weitgehend vom Anliegen und der Neigung des/r KlientenIn bestimmt. Das Gespräch ist in allen Fällen ein wichtiger, integrierender Bestandteil der Behandlung.


 
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